Sommerfütterung: Sollte man Igel im Sommer füttern?

Im Sommer, wenn die Natur in voller Pracht steht und das Leben im Garten summt und brummt, denken viele Tierfreunde auch an die kleinen stacheligen Bewohner: die Igel. Sie schleichen bei Dämmerung zwischen Sträuchern und Beeten und suchen nach Nahrung, doch ist es wirklich nötig, diese putzigen Insektenfresser zu füttern?

Mit der Sommerfütterung kann man Igeln tatsächlich helfen, gerade in Zeiten, in denen ihre natürliche Nahrung knapp ist. Es ist jedoch wichtig, das richtige Futter anzubieten und dabei einige Grundregeln zu beachten, um die Tiere nicht zu gefährden. Eine ausgewogene und angepasste Fütterung ist der Schlüssel zur Unterstützung unserer stacheligen Freunde.

Wir werden uns dem Thema Sommerfütterung für Igel in verschiedenen Facetten nähern. Zunächst betrachten wir den Igel näher und lernen seine Bedürfnisse und Gewohnheiten kennen. Anschließend diskutieren wir, ob und wann es sinnvoll ist, Igel im Sommer zu füttern, und wie man dabei am besten vorgeht. Ebenso werden wir Tipps geben, wie man eine sichere Futterstelle einrichtet, um so den Igeln in den warmen Monaten das Überleben zu erleichtern.

Der Igel – Ein stacheliger Gartenfreund

Der Igel ist ein Säugetier, das in vielen europäischen Gärten zuhause ist und durch sein stacheliges Äußeres leicht zu erkennen ist. Mit seinen nachtaktiven Gewohnheiten und der Vorliebe für Insekten und andere Kleintiere ist er ein wichtiger Regulator im ökologischen Gleichgewicht des Gartens. Auch wenn der Igel robust erscheinen mag, ist er doch aufgrund seines Lebensraums und seiner Ernährungsweise teilweise vulnerabel.

Igel sind Einzelgänger und verbringen die Tageszeit schlafend in ihrem Nest. Erst bei Einbruch der Dunkelheit werden sie aktiv und machen sich auf die Suche nach Nahrung. Dazu gehören vor allem Insekten, Würmer, Schnecken und manchmal auch Pflanzenmaterial. Im Garten sind sie daher nützliche Helfer, da sie Schädlinge auf natürliche Weise reduzieren.

Während die Igel für ihren Winterschlaf bekannt sind, wird oft vernachlässigt, dass sie auch im Sommer bestimmte Herausforderungen zu bewältigen haben. Dazu zählt zum Beispiel die Trockenheit, welche die Verfügbarkeit ihrer natürlichen Nahrung einschränken kann. Zusätzlich führt die Bebauung und der Einsatz von Pestiziden in Gärten dazu, dass ihre Lebensräume schrumpfen und die Nahrungsgrundlage vereinzelt wird.

Kernpunkte:

  • Der Igel ist ein nützlicher und nachtaktiver Gartenbewohner.
  • Seine Hauptnahrung besteht aus Insekten, was ihn zum natürlichen Schädlingsbekämpfer macht.
  • Die Zerstörung von Lebensräumen und der Einsatz von Pestiziden können seine Nahrungsversorgung beeinträchtigen.

Was fressen Igel im Sommer?

Die Ernährung der Igel passt sich in gewissem Maße den Jahreszeiten an. Im Sommer, wenn wärmere Temperaturen und meist feuchte Bedingungen vorherrschen, finden Igel normalerweise eine Vielzahl an Insekten, Spinnen, Schnecken und anderen Kleintieren, die ihre Hauptnahrungsquelle darstellen.

Aber nicht nur Lebewesen sind auf dem Speiseplan der Igel, auch pflanzliches Material wie Früchte und Beeren gehören dazu, wenn auch in geringeren Mengen. Diese abwechslungsreiche Diät sorgt dafür, dass die Igel alle notwendigen Nährstoffe aufnehmen, die sie für ihre Gesundheit und insbesondere für die Aufzucht ihrer Jungen benötigen.

Faktoren wie intensive Landwirtschaft, Pestizideinsatz und der Verlust natürlicher Habitate haben jedoch dazu geführt, dass in manchen Regionen das Nahrungsangebot für Igel im Sommer knapper wird. Auch längere Trockenperioden können die Verfügbarkeit von Insekten und anderen wirbellosen Tieren verringern. In solchen Fällen kann die Zufütterung eine wichtige Rolle spielen, um die Nahrungsgrundlage der Igel zu sichern.

Kernpunkte:

  • Igel ernähren sich im Sommer hauptsächlich von Insekten, Spinnen und Schnecken.
  • Pflanzliche Kost ergänzt ihre Ernährung.
  • Umweltfaktoren können die Verfügbarkeit natürlicher Nahrung einschränken und Zufütterung notwendig machen.

Die Bedeutung der Sommerfütterung

Warum sollte man also erwägen, Igel im Sommer zu füttern? Einerseits kann eine gezielte Fütterung in Zeiten, in denen natürliche Nahrungsquellen rar sind, das Überleben der Tiere sichern. Andererseits gibt es berechtigte Argumente, die gegen eine unüberlegte Fütterung sprechen, wie beispielsweise die Gefahr, die Tiere zu domestizieren oder sie von menschlicher Versorgung abhängig zu machen.

Die Fütterung sollte somit mit Bedacht und Wissen über die Bedürfnisse der Igel erfolgen. Eine gute Regel ist es, nur dann zu füttern, wenn man Anzeichen dafür erkennt, dass die Igel Schwierigkeiten haben, ausreichend Nahrung zu finden. Dies kann etwa in extrem trockenen Sommern der Fall sein oder wenn man einen abgemagerten oder kränklichen Igel im Garten entdeckt.

Wichtig ist dabei, eine Fütterung nicht als Ersatz, sondern als Ergänzung zur natürlichen Nahrung zu sehen. Damit hilft man den Igeln, ohne sie von der Zufütterung abhängig zu machen. Man sollte ebenfalls darauf achten, die Igel nicht an Menschen zu gewöhnen, um ihre Wildheit und Fähigkeit zur Selbstversorgung zu erhalten.

Kernpunkte:

  • Sommerfütterung kann in Nahrungsknappheit hilfreich sein.
  • Unüberlegte Fütterung kann negative Effekte haben, etwa Abhängigkeit erzeugen.
  • Die Fütterung sollte als Ergänzung betrachtet werden, um die natürlichen Verhaltensweisen der Igel nicht zu beeinträchtigen.

Richtige Futterauswahl für Igel

Um Igel im Sommer richtig zu füttern, ist es entscheidend, die geeigneten Nahrungsmittel anzubieten. Idealerweise sollte man auf spezielles Igelfutter zurückgreifen, das im Handel erhältlich ist. Dieses ist auf die Bedürfnisse der Igel abgestimmt und enthält die richtigen Nährstoffe in einem ausgewogenen Verhältnis. Sollte man dieses Futter nicht zur Hand haben, können auch Katzenfutter oder gekochte Eier in kleinen Mengen eine Alternative sein.

Es ist wichtig, Milch und Brot zu vermeiden, da Igel Laktose nicht vertragen und Brot für sie schwer verdaulich ist. Außerdem sollte man das Futter nicht würzen oder salzen. Die besten natürlichen Ergänzungen zur Fütterung sind reife Früchte und Gemüse in Maßen, da diese auch Teil des natürlichen Speiseplans der Igel sind.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist, das Futter in einem flachen, schwer umkippbaren Gefäß zu servieren und sicherzustellen, dass es frisch ist. Igelfutter sollte täglich erneuert werden, um die Anziehung von Fliegen und die Bildung von Schimmel zu verhindern. Die Futterstelle sollte zudem an einem abgelegenen und geschützten Platz im Garten eingerichtet werden, um die Igel vor Fressfeinden zu schützen.

Kernpunkte:

  • Spezielles Igelfutter, Katzenfutter oder gekochte Eier sind akzeptable Nahrungsquellen für Igel.
  • Milch und Brot sowie gewürztes oder gesalzenes Futter sollten vermieden werden.
  • Das Futter sollte immer frisch sein und in sicherer Umgebung angeboten werden.

Sicherstellung einer hygienischen Futterstelle

Eine sichere und saubere Futterstelle ist essentiell, um Krankheiten bei Igeln zu vermeiden. Daher muss der Fütterungsplatz regelmäßig gereinigt werden, wobei darauf zu achten ist, dass keine aggressiven Reinigungsmittel verwendet werden, die den Igeln schaden könnten. Besser eignet sich heißes Wasser, um Futterreste und eventuelle Keime zu entfernen.

Die Futterstelle sollte auch so designt sein, dass sie eine leichte Reinigung ermöglicht. Eine überdachte Futterstation kann zudem helfen, die Nahrung vor Regen und dadurch vor vorzeitigem Verderben zu schützen. Ebenfalls sollte man darauf achten, dass die Futterstelle nicht direkt neben Schlaf- oder Nistplätzen der Igel eingerichtet wird, um diese Bereiche nicht durch Essensreste oder Geruch zu stören.

Die Positionierung der Futterstelle sollte so gewählt werden, dass diese für Katzen oder andere Tiere nicht leicht zugänglich ist. Dadurch kann man Konkurrenz um das Futter und potenzielle aggressive Begegnungen vermeiden. Ebenso schützt man die Igel davor, ungewollt in Konflikt mit Haustieren zu geraten.

Kernpunkte:

  • Die Futterstelle muss regelmäßig und mit unbedenklichen Mitteln gereinigt werden.
  • Eine überdachte und gut durchdachte Konstruktion schützt das Futter und erleichtert die Reinigung.
  • Die Futterstelle sollte nicht in der Nähe von Schlafstätten der Igel und fern von Haustieren positioniert werden.

Wasserversorgung im Sommer

Zusätzlich zur Nahrung ist frisches Wasser ein unverzichtbares Angebot für Igel, insbesondere im Sommer. Die Tiere können besonders in trockenen Perioden unter Wassermangel leiden. Es sollte deshalb immer eine flache Wasserschale mit frischem Wasser zur Verfügung stehen.

Die Wasserschale sollte jeden Tag gereinigt und neu befüllt werden, um Algenbildung und die Verbreitung von Krankheitserregern zu vermeiden. Zudem muss die Schale so gestaltet sein, dass die Igel leicht hinein- und herauskommen können, ohne Gefahr zu laufen, darin zu ertrinken.

Die Wasserstelle sollte, ähnlich wie die Futterstelle, an einem geschützten Ort platziert werden. Dadurch wird sie zur sicheren Ressource auch für andere Gartenbewohner, die möglicherweise ebenfalls auf eine zusätzliche Wasserquelle angewiesen sind. Ein gut befüllter und sauberer Wasserbereich wird somit zu einem lebenswichtigen Bestandteil des Gartenökosystems.

Kernpunkte:

  • Eine ständige Verfügbarkeit von frischem Trinkwasser ist für Igel im Sommer lebenswichtig.
  • Die Wasserschale sollte täglich gereinigt und mit frischem Wasser befüllt werden.
  • Die Wasserstelle muss sicher und zugänglich für Igel und andere Tiere sein, ohne Ertrinkungsgefahr.

Umgang mit kranken oder hilfsbedürftigen Igeln

Wenn Sie auf einen scheinbar kranken oder hilfsbedürftigen Igel stoßen, ist es wichtig, schnell und richtig zu handeln. Zunächst gilt es, Ruhe zu bewahren und den Zustand des Tieres zu beurteilen. Ein mageres Aussehen, offensichtliche Verletzungen oder Lethargie sind Anzeichen, dass der Igel Hilfe benötigt.

In einem solchen Fall sollten Sie Kontakt zu einer Wildtierhilfe oder einer Igelstation aufnehmen. Fachkundige Personen können am besten beurteilen, welche Schritte notwendig sind. Bis diese Hilfe eintrifft, können Sie den Igel an einem warmen, ruhigen Ort unterbringen und ihm Wasser anbieten. Vermeiden Sie es jedoch, kranke Tiere selbst zu behandeln oder zu füttern, ohne vorherigen Rat von Experten, da dies die Situation verschlimmern könnte.

Auch wenn junge Igel oft hilflos wirken, sollten sie nicht vorschnell aufgenommen werden. Die Mutter ist möglicherweise in der Nähe und kehrt zurück. Beobachten Sie die Situation aus der Ferne, bevor Sie eingreifen. Bei dauerhaftem Alleinsein oder Gefahr im Verzug sollte ebenfalls professionelle Hilfe gesucht werden.

Kernpunkte:

  • Bei Anzeichen von Krankheit oder Schwäche sollten Sie eine Fachstelle kontaktieren.
  • Bieten Sie einem hilfsbedürftigen Igel einen warmen Unterschlupf und frisches Wasser an, aber füttern Sie ihn nicht ohne fachlichen Rat.
  • Handeln Sie bei jungen Igeln vorsichtig und ziehen Sie Experten zurate, bevor Sie eingreifen.

Naturnahe Gärten als langfristige Hilfe

Eine der effektivsten Maßnahmen, um Igeln zu helfen, ist die Gestaltung eines naturnahen Gartens. Dies fördert nicht nur die Artenvielfalt, sondern bietet den Igeln auch natürliche Verstecke und Nahrungsquellen. Eine vielfältige Bepflanzung mit heimischen Sträuchern, Stauden und einem kleinen Totholzhaufen schafft Lebensräume für Insekten und andere Wirbellose, die als Nahrung dienen.

Genügend Unterschlupfmöglichkeiten sind ebenfalls wichtig. Hierzu zählen Laub- und Reisighaufen oder spezielle Igelhäuser, die Schutz vor Fressfeinden und schlechtem Wetter bieten. Außerdem ist es sinnvoll, auf den Einsatz von Pestiziden und Insektiziden zu verzichten, um das Nahrungsangebot nicht zu dezimieren.

Eine weitere Möglichkeit ist das Anlegen eines Gartenteiches oder einer Wasserstelle, die neben der Trinkwasserzufuhr auch Lebensräume für Amphibien und Insekten bietet. Auch der Verzicht auf engmaschigen Zaun kann hilfreich sein, da er Igeln ermöglicht, sich frei zwischen verschiedenen Gärten zu bewegen.

Kernpunkte:

  • Gestalten Sie Ihren Garten naturnah mit heimischen Pflanzen und Verstecken für Igel.
  • Vermeiden Sie den Einsatz schädlicher Substanzen und bieten Sie Unterschlupf- und Nistmöglichkeiten an.
  • Ein frei zugänglicher Garten mit Wasserquelle erhöht die Attraktivität für Igel und andere Gartenbewohner.

Fazit – Sollte man Igel im Sommer füttern?

Nach Betrachtung der verschiedenen Aspekte rund um die Sommerfütterung von Igeln lässt sich festhalten, dass eine unterstützende Fütterung sinnvoll sein kann, insbesondere in Zeiten, in denen die natürliche Nahrungsversorgung aufgrund von Umweltveränderungen knapp ist. Es ist jedoch wichtig, dabei bewusste Entscheidungen zu treffen, um die Igel nicht abhängig zu machen oder ihre natürliche Lebensweise zu stören.

Eine ausgewogene und bedarfsgerechte Fütterung, die Ergänzung zur natürlichen Ernährung und nicht Ersatz sein soll, kann die Überlebenschancen der stacheligen Gartenbewohner insbesondere in heißen und trockenen Sommern erhöhen. Kombiniert mit einer verantwortungsbewussten Gartenbewirtschaftung und dem Schaffen natürlicher Lebensräume, kann jeder Gartenbesitzer aktiv zum Schutz und Wohlergehen der Igel beitragen.

Abschließend sollte man als Tierfreund und Naturbewusstseinsträger stets die eigene Verantwortung im Auge behalten, sowohl bei der Sommerfütterung als auch im allgemeinen Umgang mit wildlebenden Tieren. Der Respekt vor der Autonomie der Igel und der Einsatz für eine umweltfreundliche Lebensgestaltung gehen dabei Hand in Hand.

Kernpunkte:

  • Eine bedarfsgerechte Fütterung kann hilfreich sein, sollte aber nie die natürliche Ernährung ersetzen.
  • Die Schaffung naturnaher Gärten unterstützt Igel effektiv und nachhaltig.
  • Die eigene Verantwortung und Respekt vor der Wildheit der Igel sind in jeder Entscheidung zu berücksichtigen.

FAQs

Kann ich Igel mit Obst füttern?

Ja, Igel können in Maßen mit Obst gefüttert werden. Bevorzugen Sie reife Beeren und weiche Früchte. Vermeiden Sie jedoch Obstsorten mit hohem Zitrusanteil oder kernhaltige Früchte, da diese für Igel nicht geeignet sind.

Wie oft sollte ich die Futterstelle für Igel reinigen?

Die Futterstelle sollte täglich gereinigt werden, um Krankheiten zu vermeiden. Entfernen Sie alte Nahrungsreste und reinigen Sie das Gefäß mit heißem Wasser, um mögliche Keime abzutöten.

Dürfen Igel normales Katzen- oder Hundefutter fressen?

Igel dürfen Katzenfutter fressen, da es in seiner Zusammensetzung oft ihren natürlichen Nahrungsbedürfnissen nahekommt. Hundefutter hingegen ist weniger geeignet, da es auf die Ernährungsbedürfnisse von Hunden abgestimmt ist und oft zu faserreich für Igel ist.

Was sollte ich tun, wenn ich einen Igel tagsüber sehe?

Ein Igel, der tagsüber aktiv ist, benötigt möglicherweise Hilfe. Beobachten Sie das Tier zunächst aus der Ferne, um sicherzustellen, dass es sich nicht nur um eine Mutter handelt, die Nahrung sucht. Wenn der Igel krank oder verletzt wirkt, kontaktieren Sie eine Wildtierhilfe.

Weshalb sollte ich Milch für Igel vermeiden?

Igel sind laktoseintolerant, das bedeutet, Milch kann bei ihnen Verdauungsstörungen auslösen. Anstelle von Milch sollten Sie immer frisches Wasser anbieten.

Wie erkenne ich, ob ein Igel Unterstützung braucht?

Ein Igel braucht Unterstützung, wenn er sichtlich geschwächt oder verletzt ist, übermäßigen Parasitenbefall zeigt oder während kalter Wetterperioden nicht genügend Fettreserven aufbauen konnte. Auch wenn Igel Winterschlaf überspringen und schutzlos der Kälte ausgesetzt sind, benötigen sie Hilfe.