Igeldiät: Was fressen sie?

Igel sind kleine Stachelritter, die oftmals durch unsere Gärten huschen und uns mit ihrer Anwesenheit erfreuen. Ihr Wohlergehen liegt uns am Herzen, und als Teil der heimischen Fauna spielen sie eine wichtige Rolle im biologischen Gleichgewicht. Doch eine artgerechte Ernährung ist für die Gesundheit unserer stacheligen Freunde essentiell.

Was fressen Igel wirklich? Sie bevorzugen eine vielfältige Kost bestehend aus Insekten, Würmern, Schnecken und kleinen Wirbeltieren. Eine ausgewogene Mischung aus Proteinen, Fetten und Vitaminen ist entscheidend, um die kleinen Säugetiere fit und gesund zu halten.

Im weiteren Verlauf dieses Textes gehen wir auf die unterschiedlichen Aspekte der Igeldiät ein: von der natürlichen Ernährung im Freien bis hin zur richtigen Fütterung im eigenen Garten. Wir decken auch auf, welche Nahrungsmittel für Igel schädlich sein können und wie eine optimale Fütterung aussieht. Für diejenigen, die auf Igel in Not stoßen, bieten wir Rat zur Handaufzucht und weitere Unterstützung.

Was sind Igel und wo leben sie?

Igel sind kleine Säugetiere, die zur Familie der Erinaceidae gehören und sich durch ihren charakteristischen stacheligen Rücken auszeichnen. Sie sind in Europa, Asien und Afrika heimisch. In Deutschland treffen wir am häufigsten auf den europäischen Igel (Erinaceus europaeus), der sich durch Parks, Gärten und ländliche Gegenden schlängelt. Diese nachtaktiven Tiere verbringen den Tag meist versteckt in ihren Nestern und begeben sich bei Dämmerung auf Futtersuche.

In ihrem natürlichen Lebensraum bevorzugen Igel Gebiete, wo sie leicht Unterschlupf finden und genug Nahrung zur Verfügung steht. Hecken, Sträucher und Laubhaufen bieten perfekte Verstecke. Igel sind anpassungsfähig und kommen auch in Stadtnähe gut zurecht, vorausgesetzt, dass genügend Grünflächen und ein gesundes Nahrungsangebot vorhanden sind.

Ihre Anpassungsfähigkeit zeigt sich auch in ihrem Lebenszyklus. Während der warmen Monate bereiten sie sich auf den Winter vor, indem sie Fettreserven aufbauen, die ihnen während des Winterschlafs helfen zu überleben. Das bedeutet, dass die Ernährung eine Schlüsselrolle für ihre Überlebenschancen spielt, sowohl in freier Wildbahn als auch in städtischen Gebieten.

Kernpunkte:

  • Igel gehören zur Familie der Erinaceidae und sind in vielen Teilen Europas, Asiens und Afrikas heimisch.
  • Der europäische Igel ist in Deutschland weit verbreitet.
  • Ihr Lebensraum umfasst naturnahe Gebiete wie Gärten, Parks und ländliche Gegenden.
  • Igel sind anpassungsfähige Tiere, die Unterschlupf und Nahrung in vielen verschiedenen Umgebungen finden können.

Natürliche Nahrungsquellen von Igeln

In der Natur decken Igel ihren Nahrungsbedarf durch eine proteinreiche Kost. Sie sind vor allem Insektenfresser, die sich von einer Vielzahl an Bodeninsekten, Würmern, Schnecken und sogar kleinen Wirbeltieren ernähren. Ihre Ernährung besteht hauptsächlich aus:

  • Käfern
  • Larven
  • Asseln
  • Würmern

Diese Nahrung ist reich an Nährstoffen und essentiellen Fetten, die für das Wachstum und die Energieversorgung der Igel unentbehrlich sind. Die Tiere sind geschickte Jäger, die ihre Beute mit einem ausgeprägten Geruchs- und Gehörsinn aufspüren.

Saisonale Veränderungen beeinflussen auch das Nahrungsangebot und somit die Diät des Igels. Frühling und Sommer bieten ein reichhaltiges Angebot an Insekten und anderen Kleintieren, während im Herbst das Hauptaugenmerk auf dem Aufbau von Fettreserven für den Winterschlaf liegt.

Die winterlichen Bedingungen können für Igel eine Herausforderung darstellen. Wenn die Temperaturen fallen und der Boden gefriert, wird es für sie schwieriger, ihre natürliche Nahrung zu finden. Daher ist es besonders für die Stadtpopulationen wichtig, zusätzliche Nahrungsquellen zu finden, um die kalten Monate zu überstehen.

Kernpunkte:

  • Igel sind Insektenfresser und ihre natürliche Diät ist proteinreich.
  • Sie jagen ihre Beute mithilfe ihres hervorragenden Geruchs- und Gehörsinns.
  • Saisonale Veränderungen bestimmen die Verfügbarkeit der Nahrung und damit ihre Ernährung.
  • In den kälteren Monaten kann die Nahrungsknappheit für Igel zum Problem werden, besonders in städtischen Umgebungen.

Die Bedeutung der Ernährung für die Gesundheit von Igeln

Die Nahrung spielt eine zentrale Rolle für die Gesundheit und das Überleben der Igel. Eine ausgewogene Ernährung sorgt nicht nur für ein gutes Wachstum und eine starke Abwehr gegen Krankheiten, sondern unterstützt auch die allgemeine Fitheit der Tiere. Der Ernährungszustand der Igel ist außerdem entscheidend für die erfolgreiche Überwinterung in der kalten Jahreszeit.

Eine proteinreiche Ernährung ist wichtig, um die Energie für die nächtlichen Streifzüge und die Jagd zu liefern. Fettreserven sind insbesondere im Herbst wichtig, da Igel sich auf den Winterschlaf vorbereiten müssen. In dieser Zeit kann eine Gewichtszunahme lebenswichtig sein.

Neben Proteinen und Fetten benötigen Igel auch Vitamine und Mineralstoffe, um ihre Körperfunktionen aufrechtzuerhalten und ihr stacheliges Fell gesund zu halten. Ein Mangel an bestimmten Nährstoffen kann zu Wachstumsstörungen, Gewichtsverlust und im schlimmsten Fall zum Tod führen.

Artgerechte Ernährung bedeutet auch, auf die natürlichen Fressgewohnheiten Rücksicht zu nehmen. Igel sind nämlich nicht für jede Art von Futter geeignet, und es gibt bestimmte Lebensmittel, die sie sogar gefährden können. Es ist wichtig zu wissen, was Igel fressen können und was besser vermieden werden sollte.

Kernpunkte:

  • Die richtige Ernährung ist für das Wachstum, die Gesundheit und die Überwinterung von Igeln essentiell.
  • Proteine und Fette sind besonders wichtig für Energie und Winterschlafvorbereitung.
  • Vitamine und Mineralstoffe spielen eine wichtige Rolle für die allgemeine Gesundheit und ein robustes Stachelkleid.
  • Eine artgerechte Ernährung respektiert die natürlichen Fressgewohnheiten der Igel und vermeidet gesundheitsschädliche Nahrungsmittel.

Was sollte man Igel im Garten füttern?

Igel im Garten sind oft auf die Unterstützung von Menschen angewiesen, um genügend Nahrung zu finden. Ideal ist es, ihnen Futter anzubieten, das ihre natürliche Diät nachahmt. Hochwertiges Igelfutter ist im Handel erhältlich, aber auch Katzen- oder Hundefutter in Form von kleinen Kroketten eignen sich. Zudem können gekochte Eier oder spezielle Insekten wie Mehlwürmer gelegentlich gefüttert werden.

Es ist jedoch wichtig, auf die Menge und die Häufigkeit der Fütterung zu achten, um keine Abhängigkeit zu erzeugen und Übergewicht zu vermeiden. Eine kleine Menge am Abend reicht aus, um sie zu unterstützen, ohne ihren natürlichen Trieb zur Futtersuche zu unterbinden. Wasser sollte immer zur Verfügung stehen, aber Milch ist zu vermeiden, da Igel Laktose nicht vertragen.

Ergänzend kann man in einem naturfreundlichen Garten für ein vielfältiges Angebot an natürlicher Igel-Nahrung sorgen. Dazu gehören das Anpflanzen insektenfreundlicher Pflanzen und das Zulassen von etwas Wildnis in Ecken des Gartens. So können Igel eigenständig einen Teil ihrer Nahrung finden und sich gesund ernähren.

Kernpunkte:

  • Geeignetes Igelfutter ahmt die natürliche Ernährung nach und umfasst kommerzielles Igelfutter sowie Katzen- oder Hundefutter.
  • Fütterung sollte ergänzend zur natürlichen Nahrungssuche sein, um keine Abhängigkeit zu schaffen.
  • Ein naturnah gestalteter Garten bietet Igel zusätzliche natürliche Nahrungsquellen und fördert deren eigenständige Futtersuche.

Lebensmittel, die man Igel nicht füttern sollte

Genauso wichtig wie die richtige Auswahl an Futter ist es zu wissen, welche Lebensmittel schädlich für Igel sein können. Brot und Milch, oft fälschlicherweise als geeignete Nahrungsmittel angesehen, sind tatsächlich ungeeignet. Igel können weder Laktose noch große Mengen an Getreide verarbeiten, was zu Verdauungsproblemen führen kann.

Ebenso sind süße oder gewürzte Speisen und Reste vom Menschenessen generell keine gute Wahl für Igel. Zu viel Obst sollte ebenfalls vermieden werden, da der hohe Zuckergehalt nicht für den Stoffwechsel der Tiere geeignet ist. Wichtig ist, sich vor der Fütterung genau zu informieren, um den kleinen Stachelträgern nicht versehentlich zu schaden.

Auch rohes Fleisch und Fisch sind nicht zu empfehlen, da sie Bakterien und Parasiten enthalten können. Die Ernährung sollte stattdessen auf sichere, igelgerechte Produkte konzentriert sein, die im Fachhandel zu finden sind oder, wie bereits erwähnt, aus geeigneten Teilen der heimischen Tierernährung bestehen.

Kernpunkte:

  • Laktosehaltige Produkte wie Milch und ungesundes Menschenessen wie Brot sind für Igel ungeeignet und können Verdauungsprobleme verursachen.
  • Zu zuckerhaltige Lebensmittel, wie viele Obstsorten, sollten nicht gefüttert werden, um den Stoffwechsel der Igel nicht zu beeinträchtigen.
  • Roher Fisch und rohes Fleisch sind aufgrund von potenziellen gesundheitlichen Risiken zu vermeiden.

Futterplätze und Fütterungstipps

Ein sicherer Futterplatz ist für die Gesundheit der Igel ebenso wichtig wie das Futter selbst. Eine einfache Schale an einem geschützten Platz, wo sich die Tiere nicht bedroht fühlen, reicht bereits aus. Der Futterplatz sollte außerhalb der Reichweite von Haustieren und weit weg von starkem Menschenverkehr liegen. So können Igel ungestört fressen.

Um Krankheiten zu vermeiden, ist es außerdem wichtig, den Futterplatz sauber zu halten. Futterreste sollten täglich entfernt und der Bereich um die Futterstelle herum regelmäßig gereinigt werden. Schalen und Wasserbehälter müssen täglich gespült und mit frischem Wasser befüllt werden.

Zusätzlich kann man Häuschen oder Unterschlupfe anbieten, welche den Igeln Schutz beim Fressen und Schlafen bieten. Diese sollten mit trockenem Laub oder Stroh ausgelegt sein und einen Eingang haben, der groß genug für Igel, aber zu klein für größere Tiere ist.

Kernpunkte:

  • Sicherheit und Ruhe sind essenziell für einen geeigneten Futterplatz für Igel, weit entfernt von Haustieren und Menschen.
  • Hygiene beim Füttern ist sehr wichtig, um Krankheiten vorzubeugen; tägliche Reinigung und Enfernung von Futterresten sind erforderlich.
  • Zusätzlich zum Futterplatz kann das Bereitstellen von Igelhäuschen oder Unterschlüpfen helfen, die Population gesund zu erhalten und zu fördern.

Wann und wie man hilfsbedürftige Igel füttert

Nicht jeder Igel, den man im Garten findet, benötigt menschliche Hilfe bei der Nahrungsaufnahme. Doch insbesondere Jungtiere nach der Entwöhnung oder ausgemergelte und schwache Igel vor dem Winterschlaf können auf Unterstützung angewiesen sein. Solche Tiere erkennen Sie oft daran, dass sie tagsüber aktiv sind, Probleme beim Laufen haben oder offensichtlich krank wirken.

Wichtig ist es, in solchen Fällen nicht überstürzt zu handeln, sondern zunächst bei einer lokalen Igelstation oder einem Tierarzt Rat zu suchen. Sollte eine Fütterung notwendig sein, ist hochwertiges Igelfutter die erste Wahl. Vermeiden Sie es, dem Tier zu viel auf einmal zu geben, um den Magen nicht zu überlasten. Eine schrittweise Fütterung in kleinen Portionen ist angebracht.

Zudem sollten Sie das Tier bei Bedarf vorsichtig und mit Handschuhen an einen ruhigen, warmen und sicheren Ort bringen. Eine Box, ausgelegt mit Zeitungspapier oder einem Handtuch, kann als vorübergehender Unterschlupf dienen. Stellen Sie sicher, dass der Igel Zugang zu frischem Wasser hat und beobachten Sie sein Verhalten und seine Gesundheit.

Kernpunkte:

  • Es ist wichtig, die Hilfsbedürftigkeit eines Igels richtig einzuschätzen und nicht jedes Tier bedarf menschlicher Unterstützung.
  • Bei hilfsbedürftigen Igeln sollte professioneller Rat eingeholt und wenn nötig, hochwertiges Igelfutter in kleinen Mengen gefüttert werden.
  • Eine vorübergehende Unterbringung sollte warm, ruhig und sicher sein, mit Zugang zu frischem Wasser.

Zusammenarbeit mit Igelstationen und Experten

Sollte ein Igel sichtbar Hilfe benötigen, ist es wichtig, nicht auf eigene Faust zu handeln. Igelstationen und wildtierkundige Tierärzte verfügen über das notwendige Fachwissen und die Erfahrung, um dem Tier die beste Überlebenschance zu geben. Sie können dort nicht nur Hilfe und Beratung für die Erstversorgung erhalten, sondern auch für den weiteren Umgang mit einem hilfsbedürftigen Igel.

Zusammenarbeit mit Experten gewährleistet, dass igelspezifische Krankheiten und Verletzungen erkannt und fachgerecht behandelt werden. Das kann von der Entfernung von Parasiten bis hin zur Versorgung komplexerer Gesundheitsprobleme reichen. Sie können auch Anleitungen erhalten, wie Sie einem Genesungsprozess zu Hause am besten unterstützen können.

Informieren Sie sich über lokale Igelstationen, Notfallkontakte und ehrenamtliche Helfernetzwerke in Ihrer Umgebung. Oft bieten diese Organisationen auch Informationsmaterial an, wie Sie in Ihrem eigenen Umfeld aktiv zum Schutz und zur Rettung der Igel beitragen können.

Kernpunkte:

  • Bei der Pflege und Rettung von hilfsbedürftigen Igeln sollten Experten wie Igelstationen und Tierärzte konsultiert werden.
  • Diese Profis können igelspezifische Erkrankungen behandeln und Sie bei der Pflege unterstützen.
  • Informieren Sie sich über lokale Ressourcen und Netzwerke und wie Sie selbst unterstützen können.

FAQs

Was genau fressen Igel in freier Wildbahn?

Igel sind Insektenfresser und ernähren sich überwiegend von Würmern, Schnecken, Käfern, Larven und Insekten. In geringeren Mengen verzehren sie auch kleine Wirbeltiere und Eier.

Wie oft sollte man Igel im Garten füttern?

Igel sollten nicht zu häufig gefüttert werden, um ihre natürlichen Fressgewohnheiten nicht zu stören. Eine kleine Portion am Abend ist ausreichend. Stellen Sie zudem sicher, dass sie immer Zugang zu frischem Wasser haben.

Können Igel Katzenfutter fressen?

Ja, Katzenfutter ist ein geeigneter Ersatz für Igelfutter. Es sollte jedoch in kleinen Krokettengrößen vorhanden sein und nicht zu viele Zusatzstoffe enthalten. Feuchtes Katzenfutter ist ebenfalls akzeptabel, aber trockenes Futter wird bevorzugt, um Zahnprobleme zu vermeiden.

Darf man Igel im Winter füttern?

Ja, besonders in strengen Wintern können zusätzliche Futterstellen lebenswichtig sein, da natürliche Nahrungsquellen knapp sind. Sorgen Sie jedoch auch in dieser Zeit für angepasstes Futter und frisches Wasser.

Wie erkennt man, dass ein Igel Hilfe braucht?

Ein hilfsbedürftiger Igel ist oft tagaktiv, wirkt schwach, unterkühlt oder abgemagert. Verletzungen, Krankheitssymptome oder ein Nest mit verlassenen Jungigeln sind ebenfalls Anzeichen, dass die Tiere Hilfe benötigen könnten.

Was sollte man tun, wenn man einen kranken oder verletzten Igel findet?

Kontaktieren Sie umgehend eine Igelstation oder einen fachkundigen Tierarzt. Bis zu diesem Zeitpunkt können Sie dem Igel einen ruhigen, warmen Unterschlupf zur Verfügung stellen und Zugang zu Wasser gewähren, aber ziehen Sie einen Profi zurate, bevor Sie weitere Maßnahmen ergreifen.